Wie gelangt man zur Festung Vishegrad?
Von der Stadt Kardzhali fahren Sie nach Süden in Richtung Momchilgrad. Nachdem Sie die Stadt verlassen haben, nehmen Sie nach etwa 5 Minuten die Abzweigung nach dem Dorf Gluhar. Von hier aus folgen Sie den Schildern (oder dem GPS) zum Dorf Vishegrad. Von Kardzhali bis zum Dorf Vishegrad sind es etwa 12 km, die in 15-20 Minuten zurückgelegt werden können.
Mehr über die Festung Vishegrad
Die Festung Vishegrad, deren Name aus der slawischen Sprache stammt und „hohe Stadt“ bedeutet, ist ein wichtiges historisches Denkmal mit einer langen und interessanten Geschichte. Ihr Name ist charakteristisch für Festungen in verschiedenen slawischen Ländern, wo er oft Befestigungen bezeichnet, die auf hohen Plätzen gelegen sind.
Erbaut im Zeitraum vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert n. Chr., war die Festung Vishegrad ein strategisch wichtiger Punkt. Mit einer Fläche von 562 qm kontrollierte sie den Hauptweg in der Region und diente als Residenz des Verwalters des Gebietes Ahridos. Ihre Struktur und Größe erinnern an ein mittelalterliches Feudalschloss, was sie zu einem beeindruckenden Beispiel für militärische Baukunst jener Zeit macht.
Die Festung befindet sich auf einem scharfen Gipfel, der „Kamenen Harman“ (deutsch: Der steinerne Dreschplatz) genannt wird, und wurde auf den Fundamenten einer früheren antiken Festung erbaut. Der Zugang zu ihr war nur an bestimmten Punkten möglich, was ihren Schutzwert zusätzlich erhöhte. Während der archäologischen Ausgrabungen, die von 1971 bis 1974 durchgeführt wurden, wurden bedeutende Funde entdeckt – Überreste von Mauern, Böden von Erdhütten, Fundamente von Öfen, Kaminen, Fragmente von Tontöpfen und eisernen Werkzeugen. Die ältesten Funde stammen aus der Übergangszeit zwischen der Bronze- und der Eisenzeit, was beweist, dass die Festung sowohl in der Antike als auch im Mittelalter bewohnt war.
Die Festung Vishegrad hat zwei Hauptbauperioden, wobei die erste mit der spät-römischen Epoche verbunden ist. Ihre Wände sind aus Bruchstein errichtet und mit weißem Mörtel verbunden, wobei runde Öffnungen aus horizontalen Holzpfählen, die in die Breite der Wände gehen, charakteristisch sind. Die Dicke der Wände reicht von 2,2 bis 2,5 Metern und sie sind auf die felsige Grundlage des Geländes gebaut. Große Kalksteinblöcke wurden an den Ecken verwendet, und der Hauptzugang zur Festung war von Osten durch einen rechteckigen Turm.
Die erste Bauperiode der Festung wird mit der spät-römischen Epoche in Verbindung gebracht. Die Wände sind mit Bruchstein und Mörtel errichtet, die für diese Zeit typisch sind. Im westlichen Teil der Festung wurden Fundamente für Pilaster entdeckt, die den Eingang flankieren. In dieser Bauphase gibt es keine Beweise für innere Trennwände.
Die zweite Bauperiode bezieht sich auf das Mittelalter, als die Festung Reparaturen und Umgestaltungen erfuhr. Die Wände wurden verstärkt, und der östliche Turm wurde grundlegend umgebaut. Der Eingang wurde auf 1,5 Meter verengt, und im westlichen Teil der Festung wurde ein fester Turm errichtet. Die einzige Struktur aus Lehm an der inneren Wand des nördlichen Teils wurde auf der Grundlage der entdeckten eisernen Liturgiekreuze als Kapelle interpretiert.
Die Festung Vishegrad hat eine visuelle Verbindung zur Festung Monjak, die am gegenüberliegenden Ufer des Stausees Studen Kladenets in der Nähe des Dorfes Shiroko Pole liegt. Diese visuelle Verbindung ist von strategischer Bedeutung für die Überwachung und Kontrolle der Region. Von der Festung aus bietet sich ein schöner Blick auf den Stausee, der heute bei Angelfreunden und Wassersportlern beliebt ist.
Die Festung Vishegrad ist nicht nur eine wichtige militärische und strategische Einrichtung, sondern auch ein kulturelles und historisches Symbol der Region. Sie spiegelt die reiche Geschichte des Gebiets wider und ist ein Zeugnis für verschiedene Epochen und Zivilisationen, die durch diese Lande gezogen sind. Die archäologischen Funde und architektonischen Merkmale machen die Festung zu einem wertvollen Denkmal, das zum Verständnis der Vergangenheit Bulgariens beiträgt.
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