Die Klosteranlage wurde auf Initiative von Pater Boyan Sariev errichtet – dank seiner Hingabe galt
er als eine der führenden geistlichen Persönlichkeiten des Christentums in den Rhodopen. Es wurde vollständig durch Spenden erbaut und zählt zu den wenigen neu gegründeten Klöstern in Bulgarien. Heute ist es einer der meistbesuchten heiligen Orte für Touristen im Land.
Nach Überlieferungen der Einheimischen lebte Anfang des 20. Jahrhunderts im Dorf Dzhebiroglar (heute Stadtviertel Gledka) eine Flüchtlingsfrau aus dem Ägäis-Thrakien namens Kalina Kehayova. In einem Traum erschien ihr die Gottesmutter und sagte, dass die Dorfbewohner im Gebiet Chaira, nahe dem Dorf, eine Kirche zu ihren Ehren bauen sollten. Zwei weitere ähnliche Träume folgten, und im letzten versprach die Heilige Jungfrau ein sichtbares Zeichen zur Bestätigung.
Am 28. Januar 1928, nach einer großen Wasserweihe, begann Kalinas Ehemann an der angegebenen Stelle zu graben. Bereits nach dem ersten Spatenstich wurde eine zusammengerollte Ikone entdeckt, nach dem zweiten trat eine Wasserquelle zutage – das heilkräftige Wasser des heutigen Ayazmo (heilige Wasserquelle, deren Wasser heilen kann; vorwiegend in Klosterrn und Kirchen zu finden).
Beeindruckt von dem Wunder, spendeten die Menschen großzügig für den Bau einer Kapelle. Zunächst entstand ein hölzernes Gotteshaus, das später zum Vorläufer des heutigen Klosters wurde.
Später wurde an dieser Stelle die neue geräumige Steinkirche „Maria Himmelfahrt“ errichtet und am 29. Mai 1939 vom Plovdiver Metropoliten (Erzbischof) Kiril geweiht. Dies geschah mit der Unterstützung von Priester Vasil Topuzliev, der hier 50 Jahre lang diente (bis 1983) und tiefen geistlichen Einfluss auf die Gemeinde ausübte.
Nach einigen Jahren ohne regelmäßige Gottesdienste wurde 1990 der Priester Boyan Sariev (5. Mai 1956 – 27. Dezember 2023) in die Kirche des Viertels Gledka berufen. Bekannt für seine karitative, missionarische und seelsorgerische Tätigkeit führte er zahlreiche Menschen zum orthodoxen Glauben zurück.
Im Frühjahr 2000 erhielt Pater Boyan in einem Traum von der Gottesmutter die Anweisung, ein Kloster zu errichten – weil dieser Ort heilig sei und viele Menschen aus ganz Bulgarien hierher kommen würden, um Trost und Heilung zu suchen. Nach den Worten der Heiligen Jungfrau sei das Wasser aus dem Brunnen im Klosterhof wundertätig und könne körperliche wie seelische Leiden heilen.
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Krasimira begann der Priester unverzüglich mit dem Bau.
Nach und nach entstand das heutige Kloster – mit viel Liebe, Fleiß und durch die Unterstützung zahlreicher Gläubiger.
Das orthodoxe Zentrum „Maria Himmelfahrt“ (mit dreischiffiger Basilika und einem weithin sichtbaren Glockenturm) beherbergt heute ein Bildungszentrum mit Unterricht in Religion, Kalligrafie, Ikonenmalerei, Kirchengesang, Informatik sowie eine Klosterküche, Konferenzsaal und Bibliothek.
Jedes Wochenende findet eine Sonntagsschule statt – für Kinder samstags und für Erwachsene sonntags. Zudem wurde ein Obdachlosenheim gegründet, das Unterkunft und Nahrung bietet. Eine angeschlossene Sozialküche versorgt täglich über 100 bedürftige Menschen verschiedenster ethnischer Herkunft.
Im Klosterhof steht die Kapelle „Quelle des Lebens“, errichtet rund um den gesegneten Brunnen, den die Gottesmutter im Traum erwähnte – viele finden dort seelische und körperliche Genesung. Im Kloster wird zudem eine kostbare Reliquie aufbewahrt – ein Fragment des Heiligen Kreuzes Christi, entdeckt 2002 bei archäologischen Ausgrabungen in einem mittelalterlichen Bischofszentrum am Fuße von Perperikon. In der Apsis der alten Bischofskirche wurden Reliquienkreuze aus Bronze gefunden. In einem dieser Kreuze befand sich die heilige Reliquie.
Am 1. Dezember 2002 wurde sie in einer feierlichen Prozession unter Leitung von Pater Boyan Sariev und mit Gläubigen aus ganz Bulgarien in die Kirche „Maria Himmelfahrt“ im Stadtviertel Gledka überführt.
Heute ist das Reliquienfragment dauerhaft zur Verehrung im Kloster ausgestellt.
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