Die Legende der Orpheusblume - Rhodopen-Sillivark
Der Silivryak ist eine moosartige Pflanze, die an steilen Felswänden in den Schluchten der Rhodopen wächst. Ihre Blüten reichen von blassrosa bis dunkelviolett und befinden sich an einem bis zu 15 cm hohen Stängel.
Die Orpheusblume ist äußerst empfindlich gegenüber Licht und Temperaturschwankungen. Im Schatten schließen sich ihre Blüten, während sie sich im Sonnenlicht wieder entfalten. Diese geschützte Art wächst hauptsächlich auf felsigem Gelände, oft in Felsspalten, an feuchten und überwiegend schattigen Standorten.
Der Silivryak ist selten und kommt vor allem an schwer zugänglichen Orten in der Region der Flüsse Watscha und Arda sowie in der Umgebung der Jagodina-Höhle und von Trigrad vor. Er ist eine geschützte Art und in das Rote Buch Bulgariens aufgenommen.
Durch seine Fähigkeit zur Anabiose (einen Zustand scheinbaren „Todes“) konnte die Orpheusblume sogar die Eiszeit überleben.
Die Legende der Orpheusblume
Einer Legende zufolge konnte Orpheus seine geliebte Eurydike nicht aus dem Reich der Toten retten und verfiel in tiefe Trauer. Seine Lieder waren von Melancholie und Schmerz erfüllt, und seine Tränen verwandelten sich in heiße Tropfen. Aus diesen Tränen soll der Silivryak entstanden sein.
Eine andere Überlieferung erzählt, dass Orpheus auf einem Felsen stand und seine melancholischen, aber bezaubernden Melodien spielte. Die Mänaden versuchten, ihn zu verführen, doch ohne Erfolg. In ihrem Zorn griffen sie ihn an, zerrissen ihn und warfen seine Harfe in den Fluss. Überraschenderweise begann die Harfe im Wasser von selbst zu spielen – als würde sie den Tod ihres Herrn betrauern. Aus den Blutstropfen, die über die Felsen rannen, wuchs der Silivryak – die ewige Blume der Rhodopen.
Schon die alten Römer waren vom unsterblichen Rhodopenkraut fasziniert und prägten zur Zeit von Kaiser Antoninus Pius (138–161 n. Chr.) Münzen, auf denen Rhodopa, auf einem Felsen sitzend und die schöne Orpheusblume in der rechten Hand haltend, abgebildet ist.
